Du bist IT-Leiter eines Krankenhauses. Auf deinem Schreibtisch stapeln sich die Tickets: Der Chefarzt will Administratorrechte, der Vorstand will Innovation, das Fax der Radiologie will einfach nicht sterben. MZ-CodeBlau ist ein Entscheidungsspiel mit Wisch-Mechanik - Ticket lesen, nach links wischen [ablehnen] oder nach rechts [genehmigen] und dabei vier Vitalwerte im Gleichgewicht halten.
Das Spiel läuft direkt hier auf der Seite - am Rechner mit Maus oder Pfeiltasten, am iPhone mit dem Daumen. Erreicht einer der vier Werte 0 oder 100, ist die Schicht vorbei.
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DIENSTTAGE ÜBERLEBT
Woher der Name kommt.
In Krankenhäusern gibt es Farbcodes für Notfälle, die über die Lautsprecher gerufen werden, ohne Patienten und Besucher zu beunruhigen. Code Rot steht vielerorts für Feuer, Code Blau für einen Herz-Kreislauf-Stillstand - wenn dieser Ruf ertönt, rennt das Reanimationsteam. Dieses Spiel überträgt den Gedanken auf die IT: Wenn die Systeme eines Krankenhauses stillstehen, ist das ein Notfall eigener Art. Und ganz nebenbei ist Blau auch die Farbe, in der Windows seit Jahrzehnten seine schlechteste Nachricht überbringt - den Bluescreen.
Worum es geht.
Vier Vitalwerte hängen an deinen Entscheidungen: Team-Moral, Vorstand-Zufriedenheit, Budget und System-Stabilität. Jede Karte ist ein Ticket von Chefärzten, Pflegekräften, Verwaltungsmitarbeitern, Auditoren, Patienten oder dem eigenen IT-Team. Wischen nach rechts heißt genehmigen, nach links ablehnen - und fast jede Entscheidung verschiebt mindestens einen Wert. Fällt ein Wert auf 0 oder steigt er auf 100, endet die Schicht. Beides ist schlecht: Ein Budget von 100 bedeutet nicht Reichtum, sondern dass der Rechnungshof fragt, wofür du eigentlich bezahlt wirst.
Wer lange durchhält, landet in der Bestenliste. Und wer wissen will, ob er für diesen Job wirklich gemacht ist, versucht sich an der Königsdisziplin: ein volles Jahr im Amt - 365 Diensttage am Stück, ohne dass ein einziger Vitalwert kippt.
Alles frei erfunden.
So vertraut manches Ticket klingen mag: MZ-CodeBlau basiert auf keinen wahren Begebenheiten. Sämtliche Fragen denkt sich eine KI aus - inklusive der Figuren, ihrer Zitate und der Running Gags wie dem Server im Besenschrank neben der Kapelle. Alle Charaktere tragen Tiernamen, von Dr. Löwe bis Frau Qualle, und jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder real existierenden Krankenhäusern wäre reiner Zufall.
So übertrieben manche Karte daherkommt: Der Kern ist ernst gemeint. Krankenhaus-IT heißt, mit knappem Budget und zu wenig Leuten Systeme am Laufen zu halten, an denen im Zweifel Menschenleben hängen - rund um die Uhr, an Feiertagen, nachts um drei. Und jede Entscheidung verärgert irgendwen: den Chefarzt, den Vorstand, das eigene Team oder den Kontostand der Klinik. Genau dieses Gefühl soll das Spiel erlebbar machen, nur eben mit einem Augenzwinkern. Wer nach ein paar Diensttagen auf einen rot blinkenden Vitalwert starrt und nicht mehr weiß, was er überhaupt noch genehmigen darf, hat den Alltag hinter diesem Job besser verstanden als durch jede Stellenbeschreibung.
Und das ist der eigentliche Gedanke hinter diesem Spiel: Es müsste gar nicht so sein. Die Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser ist in Deutschland Aufgabe der Bundesländer - und die kommen ihr seit Jahren nur zum Teil nach. Was fehlt, wird aus dem laufenden Betrieb herausgequetscht, und gespart wird zuerst dort, wo es nicht sofort sichtbar wehtut: bei der IT. Wenn im Spiel das Budget der ewig knappste Wert ist, dann ist das keine Übertreibung, sondern der realistischste Teil des ganzen Spiels. Bund und Länder müssten deutlich mehr in ihre Krankenhäuser investieren - in Technik, in Menschen, in Versorgung. Bis dahin wischt der IT-Leiter weiter - zumindest hier in meinem Spiel.