MZ-TicTacToe ist ein TicTacToe-Spiel im Browser - 3D-Brett mit Three.js, Bloom-Postprocessing, animierte Partikel, ein KI-Gegner mit Minimax-Algorithmus. Entstanden nicht aus dem Wunsch nach noch einem TicTacToe, sondern als Test: wie weit trägt Programmieren mit KI mittlerweile wirklich?
Das Spiel läuft direkt hier auf der Seite. Klick auf ein leeres Feld setzt dein X, die KI antwortet mit O. Nach Sieg, Niederlage oder Unentschieden bringt ein weiterer Klick die nächste Runde.
Warum ausgerechnet TicTacToe.
Das Spiel ist klein genug, um es an einem Nachmittag zu bauen, und gross genug, um echte Themen zu berühren: 3D-Rendering, Postprocessing, eine Spielzustandsverwaltung, Animationen, ein klassischer KI-Algorithmus. Genug Oberfläche für einen ehrlichen Test, ob KI-Unterstützung mehr ist als Autovervollständigung.
Wo KI-Programmierung heute überzeugt.
Boilerplate verschwindet. Three.js-Setup, Kamera, Beleuchtung, Render-Loop - all das ist in wenigen Minuten da, ohne Doku-Tabs. Die KI kennt die API, schlägt sinnvolle Defaults vor und erklärt ihre Entscheidungen mit. Das ist die eigentliche Beschleunigung: nicht das Tippen, sondern der wegfallende Kontextwechsel.
Auch für abgeschlossene Routinen wie den Minimax-Algorithmus oder eine Partikel-Simulation liefert die KI sauberen, idiomatischen Code. Wenn das Problem klar formuliert ist, ist das Ergebnis verlässlich.
Wo es immer noch hakt.
Visuelles Feintuning bleibt Handarbeit. Bloom-Stärke, Lichtfarben, Partikeldichte, Kamerawinkel - das lässt sich nicht in Worten beschreiben, das muss man sehen und per Hand umprogrammieren. Hier ist die KI ein Werkzeug, das schnell Varianten produziert, aber die Entscheidung trifft das Auge.
Bei grösseren Refactorings über mehrere Datei-Zustände hinweg merkt man, dass der Kontext begrenzt ist. Klare, kleine Schritte funktionieren besser als der Versuch, alles auf einmal umzubauen.
Warum nur wenige KI wirklich fortgeschritten nutzen.
In einem Podcast dieser Woche fiel ein Satz, der haften bleibt: nur etwa 0,04 Prozent der Menschen nutzen KI tiefgreifend. Nicht vier Prozent. Null Komma null vier. Man denkt, jeder benutzt KI - die Realität sieht anders aus. Es hiess dort: „Du gehst in den Durchschnitt der Gesellschaft rein und die können gerade mal 'Claude' aussprechen."
Den Vorteil holen sich die wenigen, die tiefer einsteigen. Die nicht bei der ersten Antwort stehenbleiben, sondern iterieren, präzisieren, mehrere Modelle vergleichen, Workflows automatisieren, die KI als zweite Hirnhälfte in den Arbeitstag einbauen. Welches Potenzial dabei liegen bleibt, ist schwer vorstellbar - solange man nicht selbst dort angekommen ist.
Was ich mitnehme.
KI-gestütztes Programmieren ist 2026 kein Hype mehr, sondern Arbeitsweise. Wer formulieren kann, was er will, bekommt belastbaren Code in Bruchteilen der Zeit. Wer es nicht kann, bekommt belastbaren Code, der am Problem vorbeigeht. Die eigentliche Fähigkeit verschiebt sich vom Tippen zum Denken in klaren Spezifikationen.
Wer als Entwickler heute nicht in nennenswertem Umfang Tokens verbraucht - also die KI nicht intensiv und täglich in die eigene Arbeit einbindet - wird gnadenlos abgehängt. Es ist keine Komfortfrage und keine Geschmacksrichtung mehr. Entweder man entwickelt mit der KI, oder man verschwindet vom Markt. Die Geschwindigkeit, mit der KI-gestützte Teams Ergebnisse liefern, ist mit klassischer Handarbeit nicht mehr einholbar.
Dieses TicTacToe ist mein kleiner Beweis dafür - klein, aber komplett. 3D-Brett, Minimax-Gegner, Partikel, Bloom. Three.js ist nicht neu - die Bibliothek gibt es seit über einem Jahrzehnt - aber so gut wie niemand beherrscht sie aus dem Stand perfekt. Mit KI im Rücken steht der lauffähige Prototyp in weniger als einer Stunde. Kein Hexenwerk.