MZ-Wallstreet ist ein Börsenspiel direkt im Browser - und wieder eine Zeitreise. Das Original lief in den Achtzigern auf dem Schneider CPC 464: „Wallstreet", ein menügesteuertes Börsenspiel gegen den Rechner, geschrieben in BASIC. Jetzt habe ich es nachprogrammiert: in HTML, CSS und JavaScript - ohne Framework, ein Canvas im 40x25-Zeichenraster des CPC, in Phosphorgrün wie am Grünmonitor GT65.
Das Spiel läuft direkt hier auf der Seite. Bildschirm anklicken, Taste drücken, los geht es: Ein Münzwurf entscheidet, wer anfängt. Danach kaufst und verkaufst du Aktien, setzt deine Kurskarten und versuchst, nach 10 Runden mehr Gesamtkapital zu besitzen als der Rechner. Am iPhone übernimmt die Bildschirmtastatur unter dem Monitor.
Du gegen den Rechner.
„Wallstreet" gehörte zu den Spielen, die man am CPC 464 nicht so schnell wieder losliess: kein Geschicklichkeitstest, sondern ein Duell der Entscheidungen. Der Rechner spielte nicht stur ein Muster herunter, sondern handelte selbständig und wog ab - für die damalige Zeit bemerkenswert.
Die Spielidee ist einfach und trägt bis heute: Beide Spieler starten mit 300 EUR Kapital und leeren Depots, drei Aktien stehen bei 100 EUR. Jeder bekommt 10 Karten. Jede Karte lässt eine Aktie steigen und eine andere fallen - manche um feste Beträge, manche verdoppeln oder halbieren den Kurs. Vor dem Setzen wird gehandelt: billig einsammeln, was gleich steigt, und abstossen, was gleich fällt. Steigt ein Kurs über 240 EUR, schüttet das Unternehmen eine Dividende aus. Fällt er unter 10 EUR, kommt die Baisse: Für jede Aktie im Depot werden Fallkosten fällig, und wer die nicht zahlen kann, muss zwangsweise umschulden. Nach 10 Runden zählt nur das Gesamtkapital.
Komplett neu geschrieben.
Ich habe die Spielregeln des Originals rekonstruiert und das Spiel sauber neu geschrieben - modernes JavaScript, keine Zeilennummern, kein GOTO. Der Rechner-Gegner spielt wie im Original: Er bewertet jede seiner Handkarten gegen die aktuelle Kurslage, verkauft vorher die Aktie, die gleich fällt, und kauft die, die gleich steigt.
Der Rest war Feinschliff: Schriftbild wie am CPC, Fluchten und Abstände auf dem Spielstand-Bildschirm, deutsche Zahlenformate, eine Sicherheitsabfrage beim Aufgeben. Für die Kontrolle habe ich einen eigenen Test gebaut, der jeden Bildschirm als Textraster ausgibt und komplette Partien automatisch durchspielt - inklusive Dividende, Baisse, Umschuldung und Pleite.
Was anders ist als damals.
- Die Aktien von 1986 hiessen IBM, BP und RCA. Heute laufen meine Lieblingsaktien TSLA, SPCX und KO über den Ticker.
- Gehandelt wird in Euro statt in DM, mit deutschem Zahlenformat [17.520,00 statt 17,520.00].
- Die Druckerabfrage des Originals ist weg - der Menüpunkt „Informationen" zeigt die Übersicht am Bildschirm.
- Im Original kam der Rechner nach der letzten Spielerkarte nicht mehr zum Zug und spielte nur 9 seiner 10 Karten. Jetzt spielen beide alle 10. Das empfinde ich sehr viel fairer.
- Ein Menüpunkt zum Aufgeben mit Sicherheitsabfrage, falls die Baisse mal wieder alles zerlegt hat.
- Wie damals gilt: Alles hier ist Spielgeld. Keine Anlageberatung. Keine echten Kurse.
Steuerung.
Alles läuft menügesteuert über einzelne Tasten, genau wie am CPC:
1-6- Aktions-Modus: kaufen, verkaufen, zwei Rechenhilfen, Karten anschauen, Informationen7- Spielstand anzeigen,0- aufgeben und neu starten0-9- in der Kartenansicht: Karte setzen,a- zurück zum Aktions-Modus- Mengen als Ziffern eintippen,
Enterbestätigt,qbricht ab,j/nbeantworten Fragen
Ein Rat aus vielen Testpartien: Behalte die Baisse im Blick. Wer billige Aktien hortet, zahlt bei einem Kurssturz unter 10 EUR für jede einzelne davon Fallkosten - und die Umschuldung frisst das Depot schneller, als die Dividende es füllt.